Medizinische Empfehlungen

für Reisende

Schweizerisches Expertenkomitee für Reisemedizin
Besondere Reisende

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Wenn Sie schwanger sind oder Ihr Kind stillen, lesen Sie bitte die folgenden wichtigen Informationen, bevor Sie Ihre Reise planen!

  • Reisen während der Schwangerschaft: Wählen Sie ein geeignetes Reiseziel und bereiten Sie sich gut vor.
  • Stillen während der Reise hat Vorteile für Mutter und Kind. Machen Sie sich kundig, ob Stillen in der Öffentlichkeit am Reiseziel kulturell akzeptiert ist.

Reisen während einer unkomplizierten Schwangerschaft ist möglich, bei der Wahl des Reisezieles sollten jedoch Risiken bedacht werden. Das mittlere Drittel der Schwangerschaft ist wegen dem geringsten Risiko für Komplikationen und meist gutem körperlichem Wohlbefinden ideal. Eine geburtshilfliche Untersuchung ist vor der Reise empfohlen. Eine angemessene medizinische Versorgung für Mutter und Neugeborenes am Reiseziel sollte gewährleistet und der Versicherungsschutz für beide ausreichend sein.

Die meisten Fluggesellschaften befördern Schwangere bis zur 36. Schwangerschaftswoche, bei Mehrlingen bis zur 32. Schwangerschaftswoche. Klären Sie dies vorab mit der Airline. Ab der 28. Schwangerschaftswoche ist eine Flugfähigkeitsbescheinigung des Gynäkologen mit Angabe des errechneten Geburtsdatums und seiner Kontaktdaten erforderlich. Das Risiko für Blutgerinnsel während dem Flug ist in der Schwangerschaft erhöht. Aufstehen und Herumlaufen, Wadenübungen und Kompressionsstrümpfe sind empfohlen.

  • Malaria: Malaria während der Schwangerschaft kann für die Mutter und das ungeborene Kind sehr gefährlich verlaufen. Daher wird von Reisen in Malaria-Risikogebiete abgeraten. Wenn nicht auf die Reise verzichtet werden kann, sind eine reisemedizinische Beratung, guter Mückenschutz und eine medikamentöse Malariaprophylaxe unbedingt nötig. Gestillte Säuglinge brauchen ebenfalls Malariamedikamente, da diese über die Muttermilch nicht ausreichend ausgeschieden werden. Fieber (>37,5°C) während oder nach der Reise in Malariagebiete ist ein medizinischer Notfall; Malaria oder andere schwerwiegende Infektionen sollten ausgeschlossen werden.
  • Zika: Eine Infektion während der Schwangerschaft kann beim Neugeborenen zu Gehirnfehlbildungen und anderen Schäden führen. Daher wird bei Kinderwunsch und Schwangerschaft von Reisen in Gebiete mit aktuellem Zika Ausbruch abgeraten. Informationen zu aktuellen Risikogebieten finden sich auf der CDC Website https://wwwnc.cdc.gov/travel/page/zika-information.
  • Mückenschutz: Hautschutzmittel mit DEET (mind. 30%) und Textilschutzmittel mit Permethrin für Moskitonetze und Kleidung werden in der Schwangerschaft empfohlen. Schlafen Sie unter einem Moskitonetz und tragen Sie Kleidung mit langen Ärmeln und Hosenbeinen, v.a. nachts und in der Dämmerung. Tagsüber aktiv sind Mücken, die z.B. Zika-, Dengue- oder Gelbfieberviren übertragen. Vertieftere Information finden Sie auf dem Informationsblatt «Schutz vor Insektenstichen und Zeckenbissen».

Totimpfstoffe sind grundsätzlich während der Schwangerschaft möglich, Impfungen gegen Keuchhusten (dTpa) und Influenza werden sogar während jeder Schwangerschaft empfohlen. Lebendimpfstoffe sind während der Schwangerschaft nicht empfohlen, und nach einer Lebend-Impfung sollte eine Schwangerschaft für 4 Wochen vermieden werden. Lediglich die Gelbfieberimpfung ist bei Schwangeren mit hohem Risiko für eine Infektion (unumgängliche Reise in ein Gebiet mit aktueller Gelbfieberepidemie) möglich und erfordert eine sorgfältige Aufklärung. Stillende Frauen (Alter des Babys <6 Monate), sollten nicht gegen Gelbfieber geimpft werden, da es zu neurologischen Nebenwirkungen beim Säuglings kommen kann. Alle anderen Impfungen, auch Lebendimpfstoffe, dürfen während der Stillzeit gegeben werden.

Achten Sie auf optimale Nahrungs-, Wasser- und Handhygiene und vermeiden Sie rohen Fisch, rohes Fleisch und nicht pasteurisierte Milch sowie -produkte. Durch kontaminiertes Wasser oder Nahrung übertragene Krankheiten wie Listeriose, Hepatitis E, Toxoplasmose können während der Schwangerschaft besonders schwerwiegend sein. Achten Sie bei einem Magen-Darm Infekt auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, da diese für Ihr Ungeborenes wichtig ist.

Nicht alle Medikamente sind während Schwangerschaft und Stillzeit geeignet. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt zur Reiseapotheke beraten.

Schwangere sollten Aufenthalte über 2500 m meiden, da sie einem höheren Risiko für die Höhenkrankheit mit Komplikationen ausgesetzt sind. Tauchen wird nicht empfohlen, da Luftbläschen in den Blutkreislauf des Ungeborenen gelangen können.

Für junge Säuglinge ist Stillen ideal, da es den Flüssigkeitsbedarf auch bei heißen Temperaturen deckt und zusätzlich eine Aufnahme von Bakterien und Viren, die potentiell bei Zubereitung von Flaschennahrung auftreten kann, verhindert. Während des Fluges hilft das Stillen, den Druckausgleich im Mittelohr bei Änderungen des Kabinendrucks zu gewährleisten. Gute Händehygiene beim Stillen und Milchpumpen beugt einer Brustdrüsenentzündung (Mastitis) vor.

Wenn Sie mit Kindern reisen, empfehlen wir Ihnen dringend, die folgenden Informationen zu lesen.

  • Empfehlungen und Vorsichtsmaßnahmen gelten immer für die ganze Familie. Der Impfstatus sollte altersentsprechend aktuell und je nach geplantem Reiseziel sowie -aktivitäten ergänzt werden.
  • Schützen Sie sich und Ihre Familie vor Malaria und anderen durch Mücken übertragene Infektionen, indem Sie Insektenschutzmittel, mit speziellen Insektiziden behandelte Kleidung und Moskitonetze verwenden sowie Medikamente zur Malaria-Prophylaxe einnehmen, wenn Sie Malaria-Hochrisikogebiete besuchen.
  • Kinder benötigen besondere Aufmerksamkeit, insbesondere in Bezug auf Unfallverhütung (am und im Wasser, auf der Straße, mit Tieren usw.).
  • Nehmen Sie eine Reiseapotheke mit zur Behandlung von kleinen Wunden, Insektenstichen, bei Dehydratation (Flüssigkeitsmangel) und Fieber (inkl. Thermometer).

Beim Reisen mit Kindern gelten alle Empfehlungen und Vorsichtsmaßnahmen für die ganze Familie. Besonderes Augenmerk ist auf Gefahren in der Nähe von oder im Wasser, beim Spielen, im Straßenverkehr und durch Tierbisse zu richten. Unfälle sind überall möglich und können schnell passieren!

Gesunde Kinder dürfen ab dem Alter von einer Woche fliegen. Bei chronischen Erkrankungen sollte vor der Reise eine kinderärztliche Beratung erfolgen. Um Ohrenschmerzen durch Druckunterschiede bei Start und Landung zu vermeiden, sollten Säuglinge in diesen Momenten gestillt oder geschöppelt werden. Ältere Kinder können während Start und Landung Kaugummi kauen. Verwenden Sie bei Bedarf abschwellende Nasentropfen. Informieren Sie sich frühzeitig über Konditionen und Angebote für Kinder bei der Airline, insbesondere bei Langstreckenflügen. Nehmen Sie Lieblingsspielzeug, Lieblingsbuch, Getränke (am Flughafen nach der Sicherheitskontrolle kaufen) und Snacks im Handgepäck mit!

Vermeiden Sie nach Möglichkeit direkte Sonneneinstrahlung, insbesondere während der Mittagszeit. Kleidung, besonders eng gewebte/gewirkte, bietet effizienten Sonnenschutz. Auch Sonnenhut (mit breitem Rand) und Sonnenbrille nicht vergessen. Schützen Sie unbedeckte Haut durch regelmäßiges Auftragen von Sonnenschutzmitteln mit LSF 30 oder höher. Verwenden Sie für Kinder unter einem Jahr Sonnenschutzcrèmes mit physikalischen Filtern (z.B. Zinkoxid).

Das Vermeiden von Mückenstichen ist entscheidend für den Schutz vor Malaria und anderen durch Mücken übertragenen Infektionen. Verwenden Sie Insektenschutzmittel an Hautstellen, die nicht bedeckt sind (DEET-haltige Produkte können für Kinder ab einem Alter von 2 Monaten verwendet werden) und behandeln Sie die Kleidung mit einem Insektizid (außer den Stellen, die in den Mund genommen werden). Schlafen Sie immer unter einem Moskitonetz. Weiterführende Informationen finden Sie auf dem Informationsblatt «Schutz vor Insektenstichen und Zeckenbissen».  Konsultieren Sie den Kinderarzt/die Kinderärztin, wenn eine Reise in ein Malaria-Risikogebiet geplant ist. Eine Verordnung von Medikamenten zur Malariaprophylaxe ist ab einem Körpergewicht von 5 kg möglich.

Alle empfohlenen Impfungen sollten gemäss Schweizerischem Impfplan durchgeführt werden. Je nach Reiseziel können zusätzliche Impfungen empfohlen sein. Für einige Reiseimpfungen gibt es Alterslimiten, z.B. ist die Gelbfieberimpfung erst ab einem Alter von 9 Monaten möglich. Für Kinder wird häufig eine Tollwutimpfung empfohlen, da ein erhöhtes Risiko für Tierbisse besteht, diese nicht immer erkannt werden (weil sie unscheinbar und klein sein können) und vor Ort nicht immer eine rasche Behandlungsmöglichkeit zu finden ist.

Konsequente Nahrungsmittelhygiene und Händehygiene ist sehr wichtig. Stillen Sie Ihr Baby, wenn möglich. Durchfall kann bei Babys und Kleinkindern schnell zu bedrohlichem Flüssigkeitsverlust führen. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist daher unabdingbar. Bieten Sie Ihrem Kind regelmässig kleine Flüssigkeitsmengen an (Löffeln). Nehmen Sie eine orale Rehydrierungslösung (Pulverpräparat zum Auflösen mit Wasser) mit auf die Reise. Suchen Sie bei ausgeprägtem Flüssigkeitsverlust unbedingt einen Arzt auf.

Suchen Sie sofort einen Arzt auf, wenn bei Säuglingen und Kindern während oder nach einem Aufenthalt in einem Malaria-Risikogebiet Fieber auftritt oder wenn es dem Kind schlecht geht. Bei Fieber ohne Aufenthalt in einem Malaria-Risikogebiet und nur leicht reduziertem Allgemeinzustand sollten Sie einen Arzt aufsuchen, wenn das Fieber länger als 48 Stunden anhält. Verwenden Sie ein orales Paracetamolpräparat zur Fiebersenkung (20 mg/kg, maximal 4x/Tag). Verzichten Sie auf Zäpfchen, da sich diese bei warmen Temperaturen verflüssigen können.

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Der Ruhestand eröffnet den älteren Menschen selbst in schon fortgeschrittenem Alter mehr und mehr die Möglichkeit zu reisen. Das Alter allein ist kein Grund auf Reisen in ferne Länder zu verzichten, allerdings ist es nötig eben solche Reisen im Vorfeld gut vorzubereiten und gewisse Vorsichtsmassnahmen zu treffen. Das Risiko diverse Infektionskrankheiten zu bekommen steigt im Alter und die Komplikationen können, vor allem bei schon vorhandenen chronischen Erkrankungen, schwerwiegender sein. Impfungen sind für den älteren Reisenden ebenso wichtig wie für alle anderen und der Schutz gegen Mückenstiche und eine eventuelle Prophylaxe gegen Malaria sind fundamental wichtig für die Regionen in denen Malaria vorkommt.


Reisevorbereitungen
Ihre Reisefähigkeit hängt hauptsächlich von Ihrem Gesundheitszustand und nicht von Ihrem Alter ab. Nehmen Sie sich die Zeit Ihre Reise im Hinblick auf das Reiseziel sorgfältig vorzubereiten. Manchmal ist eine organisierte Gruppenreise einer Individualreise vorzuziehen.

Arztbesuch vor Abreise: wichtig ist eine Untersuchung beim Arzt vor der Abreise wenn Sie an einer chronischen Erkrankung leiden oder wenn Ihr letzter Arztbesuch länger als 6-12 Monate zurückliegt. Spezielle vorbeugende Massnahmen wie eine Malariaprophylaxe oder Impfungen können notwendig sein. In fortgeschrittenem Alter kann die Immunantwort auf Impfungen verzögert sein, so dass es ratsam ist sich möglichst schon 4-6 Wochen vor Abreise impfen zu lassen.

Arztbrief: Ihr Arzt sollte Ihnen einen Brief (möglichst auf Englisch) mitgeben, in dem Ihre Gesundheitsprobleme und die notwendigen Behandlungsmassnahmen erklärt werden. Für den Notfall sollten auch die Telefon- und Faxnummern sowie die e Mail Adresse des Arztes vermerkt sein. Tragen Sie dieses Dokument immer bei sich. Wenn Sie allein oder ohne Angehörige reisen können diese Informationen im Ernstfall äusserst wichtig sein.

Eine ärztliche Bescheinigung kann für den Transport von Medikamenten oder Spritzen notwendig sein. Falls Sie eine Hüft- oder Knieprothese oder einen Schrittmacher haben ist eine diesbezügliche Bescheinigung beim Passieren von Sicherheitskontrollen sehr hilfreich.

Geben Sie Ihren nächsten Angehörigen eine Liste mit wichtigen Kontakten und Dokumenten: Name des behandelnden Arztes, Liste der einzunehmenden Medikamente, Krankenversicherung und Versicherungsnummer und Kopien von offiziellen Papieren wie Unfallversicherung, Reiserückholversicherung etc.

Versichern Sie sich bei Ihrer Krankenkasse, dass Sie auch im Ausland versichert sind (Achtung Ausnahmen) oder schliessen Sie falls notwendig eine Auslandskrankenversicherung und/oder eine Reiserücktransportversicherung ab.

Spezielle Ausrüstung für Körperbehinderte: In zahlreichen Hotels gibt es speziell für Sie ausgerüstete Zimmer (Handläufe an den Wänden, Duschhocker, rutschfeste Badewannen etc). Wenn Sie für Flugreisen auf besondere Hilfe angewiesen sind (Rollstuhl, persönliche Begleitung, Sauerstoff an Bord etc), füllen Sie bitte bereits beim Reservieren des Flugtickets ein NCAD Formular aus.

Vergessen Sie nicht Ihre Medikamente zu nehmen: die reisebedingte Erschöpfung, die Zeitverschiebung und die Änderung der Routine des Alltags können dazu führen die Einnahme zu vergessen. Notieren Sie, wann sie Ihre Medikamente eingenommen haben oder benutzen Sie eine Pillendose mit abgezählter Tagesration. Sehen Sie genügend Medikamente für die gesamte Reisedauer vor. Ein Teil der Medikamente sollte sich für den Fall, dass Ihre Koffer später oder eventuell gar nicht ankommen, im Handgepäck befinden. In vielen Entwicklungsländern wird mit nachgemachten Medikamenten gehandelt. Sorgen Sie möglichst dafür vor Ort keine Medikamente kaufen zu müssen.

Im Falle von Erbrechen innerhalb von 30-60 Minuten nach Einnahme von Medikamenten müssen diese erneut eingenommen werden, denn sie können in der kurzen Zeit nicht vom Körper aufgenommen worden sein. Vorsicht ist allerdings bei Medikamenten gegen Herzerkrankungen und Diabetes etc. geboten. In solchen Fällen wenden Sie sich bitte an einen Arzt.

Vergessen Sie bitte nicht:

  • Ihren Impfpass
  • Ihre Ersatzbrille
  • Batterien für Ihr Hörgerät
  • Ihre Pillendose und ein Notizbuch um die Medikamenteneinnahme nicht zu vergessen
  • Sonnenschutz: Sonnenhut, Sonnenbrille und Sonnenschutzmittel für die Haut
  • Ein gutes Paar Schuhe: im Alter nehmen Durchblutungsstörungen zu und die Haut wird leichter verletzlich.Nehmen Sie bequeme und schon getragene Schuhe mit, die einen guten Schutz bieten.
  • Eine Taschenlampe oder eine kleine Wandlampe, um sich nachts in einem unbekannten Zimmer zurechtfinden zu können.
  • Ein behindertengerechtes Zimmer zu reservieren, wenn Sie eine Seh- oder anderweitige Körperbehinderung haben. Falls das Hotel keinen Aufzug besitzt, sollte das Zimmer im Erdgeschoss liegen.
  • Ihre Gehhilfen (z.B. Unterarmstützen)

Flugreisen und Kontraindikationen siehe "Transport"  > "Im Flugzeug"


Klima: wählen Sie wenn möglich für Ihre Reise eine angenehme Jahreszeit in der es nicht zu heiss ist und nehmen Sie die Kleidung passend zum Klima mit. Die Akklimatisierung kann durch fortgeschrittenes Alter und durch die Einnahme von Medikamenten erschwert sein. Auch das Durstgefühl ist mit zunehmendem Alter häufig vermindert, deshalb trinken Sie bitte regelmässig und ausreichend um den vergrösserten Flüssigkeitsverlust durch Schwitzen und Lufttrockenheit (auch in Flugzeugen) auszugleichen. Vergessen Sie nicht die Sonnencreme, einen Sonnenhut und eine Sonnenbrille.

Vermeiden Sie Stress: Sie werden Ihre Reise besser geniessen, wenn Sie mit Ihren Kräften gut haushalten. Sie können "Stress" möglicherweise vermindern, indem Sie Ihre Besichtigungen im voraus organisieren oder sich einen lokalen Führer nehmen, der die Region kennt und mit dem Sie sich auf notwendigen Pausen einigen können. Schecken Sie möglichst Ihr Gepäck am Vortag ein und planen Sie ausreichend Zeit für den Flughafen.

Zeitverschiebung: die Erschöpfung und die Symptome sind in fortgeschrittenem Alter ausgeprägter. Hüten Sie sich deshalb vor Schlafmitteln, die in der Nacht oder am nächsten Morgen zu Orientierungsstörungen führen könnten (Risiko eines Schlaganfalles).

Notfallbehandlung: Informieren Sie Ihre Reisebegleitung oder Ihren Führer über alle Ihre Krankheiten, die einer Notfallbehandlung bedürfen könnten (Allergien, Diabetes, Herzkrankheiten) oder führen Sie einen Notfallausweis mit sich. Ebenso sollten Sie die Namen und Adressen Ihrer nächsten Angehörigen, Ihres Arztes, Ihrer Reiseagentur/Führer/Hotel bei sich tragen.

Herzprobleme: Herz-Kreislaufprobleme sind die häufigsten Todesursachen bei älteren Reisenden. Bei schon im Vorfeld bekannten Herz-Kreislauferkrankungen ist eine Kontrolluntersuchung bei Ihrem Arzt vor Abreise unbedingt erforderlich. Nehmen Sie eine Kopie Ihres letzten EKGs mit.

Das Schlaganfallrisiko kann während einer Reise erhöht sein durch: die fremde Region, die Erschöpfung durch die Reise und die Zeitverschiebung, die Hitze, das Fehlen eines Aufzuges, etc. Eine Reisebegleitung wäre deshalb wünschenswert. Eine Wandlampe oder eine Taschenlampe ist hilfreich um sich nachts zurecht zu finden (oder lassen Sie die Beleuchtung im Badezimmer an).

Reisedurchfall: In Ländern mit fraglichen hygienischen Verhältnissen weisen Sie möglichst alles ab was nicht gekocht oder nicht von Ihnen selbst geschält ist, einschliesslich unbehandeltem Leitungswasser, Eiswürfeln, Speiseeis, Fruchtsäften, Salaten und rohem Gemüse. Das Komplikationsrisiko ist noch erhöht bei bestehenden Magen-Darmerkrankungen (Einnahme von Antacida nach Magenoperationen, Einnahme von Diuretika oder Laxantien) und Herz- oder Nierenerkrankungen.

Reisekrankheit: bei bestehendem Glaukom, Erkrankungen der Netzhaut oder Vergrösserung der Prostata dürfen Sie zur Behandlung der Reisekrankheit keine skopolaminhaltigen Medikamente benutzen (z.B. kein Scopoderm)


Malaria: Die Malaria stellt in vielen tropischen Regionen, insbesondere in Afrika, ein grosses gesundheitliches Risiko dar. Die Erkrankung wird über Moskitostiche gegen Abend und in der Nacht übertragen. Vor Reisen in betroffene Gebiete ist es unumgänglich, möglichst frühzeitig einen Arzt zu konsultieren, um mit ihm -in Abhängigkeit von der Situation- zu entscheiden, ob es nötig ist, regelmässig Medikamente zur Prophylaxe einzunehmen, oder ob es ausreicht, nur ein Notfall-Medikament mitzunehmen. Ein wirksamer Schutz vor Mückenstichen ist in jedem Falle anzuraten. Im Verlauf der letzten Jahre sind die Erreger der Malaria gegen viele früher gebräuchliche Medikamente resistent geworden, so dass Mittel, die Sie vielleicht noch von früheren Reisen haben unter Umständen nicht mehr wirksam sind. Bei Fieber nach der Rückkehr sollten Sie den Arzt aufsuchen und ihn informieren, wenn Sie sich in einem Malaria. Die Schwere des Verlaufs und die Todesrate sind bei dieser Krankheit in fortgeschrittenem Alter erhöht. Risikogebiet aufgehalten haben. Schauen Sie unter " Reiseziele " nach den aktuellen Empfehlungen für die verschiedenen Länder.



Impfungen
Hepatitis A: mehr als die Hälfte der Menschen über 65 Jahre sind gegen Hepatitis A geschützt, weil sie diese Krankheit in der Kindheit durchgemacht haben. Trotzdem ist die Impfung empfehlenswert, denn die Sterblichkeitsrate bei Hepatitis A Erkrankungen steigt im Alter an. Eine Antikörperbestimmung kann bei Unklarheiten zur Sicherheit durchgeführt werden.

Tetanus: bei etwa der Hälfte aller älteren Menschen besteht kein aktueller Schutz gegen Tetanus (Auffrischung alle 10 Jahre). Da das Verletzungsrisiko auf Reisen grösser ist als schon hier, sollte der Impfschutz kontrolliert werden.

Diphtherie: immer noch häufig in zahlreichen Ländern (Osteuropa, Afrika, Asien). Der Impfschutz sollte (zusammen mit Tetanus) alle 10 Jahre aufgefrischt werden.

Grippe: eine Impfung, die jedes Jahr erneuert werden muss. Besonders empfehlenswert ist sie im Falle von Gruppenreisen, Kreuzfahrten, Tropenreisen (in den Tropen ist das ganze Jahr Grippesaison) und sollte dann auch im Sommer aufgefrischt werden. Bei Reisen auf die südliche Halbkugel ist die Grippesaison zwischen April und September.

Pneumokokken: empfehlenswert für alle Menschen über 65 Jahre mit einer Auffrischung alle 6 Jahre. Ebenfalls empfohlen für Personen mit chronischen Lungenerkrankungen oder anderen chronischen Krankheiten.

Gelbfieber: das Risiko an einer schweren Form des Gelbfiebers mit Komplikationen zu erkranken ist bei älteren Menschen erhöht. Das Risiko von unerwünschten Nebenwirkungen nach der Impfung ist im Alter ebenfalls erhöht, liegt aber in deutlichem Masse unter dem Risiko der Krankheit selbst. Die Impfung ist in einigen Ländern obligatorisch für die Einreise (Länder südlich der Sahara und Südamerikas).


Weitere Informationen

Schauen Sie unter " Reiseziel " um spezifische Ratschläge bezüglich einzelner Länder zu finden.

Auch in letzter Minute, klicken Sie auf " Aktualitäten " um sich über eventuelle Epidemien in Ihrem Zielland und mögliche präventive und/oder therapeutische Möglichkeiten zu informieren.

Notfall: Jedermann kann bei medizinischen Notfällen im Ausland über die Alarmnummer der Schweizerischen Rettungsflugwacht (REGA) rund um die Uhr (+41 333 333 333) Hilfe anfordern.

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  • Es sollten sich vorzugsweise nur gesunde Personen auf die Hajj- oder Umrah-Pilgerreisen begeben.
  • Die Routineimpfungen sollten auf dem aktuellen Stand sein; die Impfung gegen Meningokokken ist obligatorisch und Impfungen gegen Polio, Influenza und Hepatitis B werden empfohlen.
  • Halten Sie sich an die Regeln zur Lebensmittel-, Wasser- und Händehygiene und tragen Sie an überfüllten Orten eine Maske.

Pilgerreisen sind wichtig im Leben gläubiger Muslime. Wie jedoch für internationale Massenversammlungen typisch, so sind auch Pilgerreisen mit Risiken für die Gesundheit verbunden, weshalb eine gute Vorbereitung besonders wichtig ist. Da die Hajj körperlich anstrengend ist, wird Menschen mit chronischen Erkrankungen empfohlen, zuvor eine medizinische Beurteilung einzuholen. Das Königreich Saudi-Arabien empfiehlt älteren und ernsthaft kranken Menschen, sowie Schwangeren und Kindern die Durchführung der Hajj und der Umrah zu verschieben oder gänzlich davon abzusehen.

  • Menstruation: Da es menstruierenden Frauen laut dem muslimischen Gesetz nicht erlaubt ist, den Tawaf (7-malige Umkreisung der Kaaba) auszuführen, könnten Frauen in Betracht ziehen, vor der Pilgerreise mit ihrem Gynäkologen zu besprechen, ob sie die Menstruation eventuell verschieben oder aussetzen lassen wollen.

  • Alle Pilger sollten einen ausreichenden Impfschutz bei den Routineimpfungen haben; zusätzlich wird eine Impfung gegen Hepatitis A empfohlen.
  • COVID-19: Da die Einreisebestimmungen sehr rasch variieren können betreffend COVID-19 für Geimpfte und auch für Ungeimpfte, bitten wir Sie, den obigen Link dringend zu beachten.
  • Meningokokken-Meningitis: Alle Erwachsenen und Kinder > 2 Jahre müssen innerhalb der letzten 5 Jahre und nicht weniger als 10 Tage vor der Ankunft die Meningokokken-Impfung mit dem tetravalenten Konjugatimpfstoff ACWY erhalten haben. Ein Nachweis der Impfung anhand eines internationalen Impfausweises ist obligatorisch, um ein Visum für die Hajj oder die Umrah zu erhalten.
  • Poliomyelitis: Auch wenn die Polio-Impfung keine Voraussetzung für erwachsene Pilger aus Europa ist, sollte man doch sicherstellen, dass vor der Reise ein vollständiger Impfschutz besteht. Falls die letzte Impfung vor mehr als 10 Jahren erfolgte, sollte eine Auffrischungsimpfung durchgeführt werden. Von Personen, die durch ein Land reisen, in dem Polio-Fälle berichtet wurden, wird der Nachweis einer Impfung innerhalb der letzten 12 Monate und mindestens 4 Wochen vor Abreise benötigt.
  • Hepatitis B: Nach Abschluss der Hajj rasieren sich muslimische Männer den Kopf. Es wird daher empfohlen, Einweg-Rasierklingen mitzunehmen. Gehen Sie nur zu lizensierten Barbieren, deren Läden eindeutig als solche gekennzeichnet sind, um eine Infektion mit durch Blut übertragenen Erregern wie Hepatitis B zu vermeiden. Eine Impfung gegen Hepatitis B wird empfohlen.
  • Influenza: Da Menschenmengen das Risiko einer Infektion erhöhen, wird die Impfung besonders für kleine Kinder, schwangere Frauen, Senioren und Personen mit chronischen Erkrankungen empfohlen.

  • Hitze: Während der Sommermonate können Tagestemperaturen von bis zu 50°C erreicht werden und zu hitzebedingten Beschwerden führen. Vermeiden Sie übermäßig lange Aufenthalte in der Sonne, indem Sie Sonnenschirme nutzen und sich im Schatten aufhalten. Verwenden Sie außerdem Sonnencreme und trinken Sie ausreichend.
  • Hygiene: Sorgen Sie für eine optimale Lebensmittel-, Wasser- und Händehygiene: waschen Sie die Hände mit Seife und desinfizieren Sie diese, vermeiden Sie rohe und zu wenig gekochte Lebensmittel, nicht pasteurisierte Milch oder Leitungswasser. Praktizieren Sie Atemhygienemaßnahmen (tragen Sie eine Maske, halten Sie wenn möglich Abstand zu anderen Pilgern), um das Risiko für Atemwegsinfektionen wie COVID-19, MERS (Middle-East Respiratory Syndrome) und Influenza zu verringern.
  • Durchfall: Sorgen Sie für eine umgehende und angemessene Rehydrierung. Packen Sie Elektrolytlösungen zur Rehydrierung ein (orale Anwendung). Begeben Sie sich bei schwerem Durchfall oder gleichzeitigem Erbrechen in ärztliche Behandlung.
  • Tollwut: Wenn Sie von einem Tier gebissen wurden, waschen Sie die Wunde mit Seife aus, desinfizieren Sie die Wunde und begeben Sie sich umgehend in ärztliche Behandlung, um eine Tollwutprophylaxe nach Exposition zu erhalten.
  • Moskitoschutz: Ergreifen sie Maßnahmen zur Vermeidung von Mückenstichen, insbesondere tagsüber, um Infektionskrankheiten wie Denguefieber zu vermeiden.
  • MERS-CoV ist eine Corona-Virusinfektion, die auf der arabischen Halbinsel vorkommt. Sie kann eine schwere Lungeninfektion verursachen. Der Übertragungsweg ist unklar, aber die Krankheit kann zwischen Menschen übertragen werden und hängt sehr wahrscheinlich mit einem engen Kontakt zu Kamelen oder zu Kamelprodukten (z. B. Milch) zusammen. Folgenden Personengruppen wird aktuell davon abgeraten auf Pilgerreise zu gehen, da sie ein erhöhtes Risiko für eine MERS-CoV-Infektion haben: Personen > 65 Jahre, Personen mit chronischen Krankheiten (z. B. Diabetes, Immunschwäche, Krebs, Herz-, Nieren-, oder Lungenkrankheiten), schwangere Frauen und Kinder.
  • Medizinische Versorgung: Viele medizinische Einrichtungen stellen kostenlose Gesundheitsversorgung für Pilger zur Verfügung. Alternativ gibt es gebührenpflichtige private Krankenhäuser.

Begeben Sie sich in ärztliche Behandlung, wenn Sie nach der Pilgerreise an gesundheitlichen Beschwerden leiden.

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