Am 26. August 2026 wurden auf der Insel Fernando de Noronha in Brasilien acht Personen – sechs Touristen und zwei Einheimische – wegen des Verdachts auf eine Ciguatera-Fischvergiftung behandelt. Sieben Fälle standen im Zusammenhang mit einem Restaurant, der achte mit einem anderen. Alle Betroffenen erholten sich wieder.
Zwischen 2022 und 2026 wurden auf der Insel insgesamt 255 Verdachtsfälle registriert; Todesfälle gab es keine. Die meisten Fälle treten im August und September auf. Häufig waren sie auf den Verzehr von Barrakudas, Makrelenverwandten und Zackenbarschen zurückzuführen.
Ciguatera ist eine nicht ansteckende Lebensmittelvergiftung, die durch den Verzehr bestimmter Fische verursacht wird. Verantwortlich sind Ciguatoxine, die sich vor allem in bestimmten Raubfischen anreichern. Sie werden durch Kochen nicht zuverlässig zerstört. Die Beschwerden treten meist 3 bis 6 Stunden nach dem Verzehr auf, manchmal erst bis zu 30 Stunden später. Typisch sind zunächst Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen, gefolgt von Kribbeln, Taubheitsgefühlen, Schwäche, Müdigkeit oder Geschmacksstörungen. Charakteristisch sind zudem eine ungewöhnliche Kälteempfindlichkeit und eine Umkehr des Temperaturempfindens. Die neurologischen Beschwerden können Tage bis Monate anhalten. In schweren Fällen können auch Herzschlag und Blutdruck beeinträchtigt werden.
Ciguatoxine sind geruchs- und geschmacklos und hitzestabil. Sie werden durch Kochen, Einfrieren oder andere Verarbeitungsverfahren nicht zerstört. Reisende sollten Riffische möglichst meiden, insbesondere grosse Fische über 2 kg. Fische mit hohem Risiko, wie Barrakudas oder Muränen, sollten nicht verzehrt werden. Auch besonders toxinreiche Teile wie Kopf, Leber, Darm und Rogen sollten vermieden werden.
Eine spezifische Behandlung gibt es derzeit nicht.
