Auf dem Kreuzfahrtschiff MV Hondius im Südatlantik gab es einen Ausbruch des seltenen Andes-Hantavirus. Betroffen sind Passagiere und Crew aus mehreren Ländern. Das Virus ist besonders, weil es als einziges Hantavirus auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann – meist nur bei engem und längerem Kontakt.
Zwischen dem 8. und 15. Mai 2026 wurden drei weitere Fälle gemeldet:
- 1 bestätigter Fall in Frankreich
- 1 bestätigter Fall in Spanien
- 1 unklarer Fall in den USA
Insgesamt gibt es nun:
- 11 Fälle (8 bestätigt, 2 wahrscheinlich, 1 unklar)
- darunter 3 Todesfälle
Weitere wichtige Punkte:
- Die Passagiere und Teile der Crew wurden auf Teneriffa evakuiert und in mehrere Länder ausgeflogen.
- Das Schiff ist inzwischen unterwegs in die Niederlande.
- Genetische Analysen deuten darauf hin, dass das Virus wahrscheinlich zuerst von Nagetieren auf einen
- Menschen überging und sich danach zwischen Menschen weiterverbreitete.
- Der erste bekannte Fall könnte sich bei Vogelbeobachtungen durch Kontakt mit Nagetieren angesteckt haben.
Behörden erwarten möglicherweise noch weitere Fälle, weil die Krankheit erst nach bis zu 6–8 Wochen ausbrechen kann. Durch Quarantäne, Isolation und Kontaktüberwachung soll die weitere Ausbreitung aber eingedämmt werden.
Für die Allgemeinbevölkerung wird das Risiko derzeit als sehr gering eingeschätzt, für Passagiere des Kreuzfahrtschiffs hingegen als moderat. Auch wenn es vereinzelt zu Übertragungen durch evakuierte Passagiere kommen sollte, gilt eine grössere Verbreitung in der Bevölkerung als unwahrscheinlich, da das Andes-Hantavirus nicht leicht übertragbar ist und Schutzmassnahmen umgesetzt wurden.
Reisen in Regionen mit Hantavirus-Vorkommen gelten insgesamt als risikoarm.
Empfehlungen für Reisende:
- Kontakt mit Nagetieren und deren Ausscheidungen vermeiden.
- Beim Umgang mit kranken oder toten Tieren sowie bei der Reinigung möglicherweise kontaminierter Bereiche Handschuhe und Maske tragen.
- Beim Camping oder Ökotourismus Zelte und Hütten geschlossen halten, damit keine Nagetiere eindringen können.
- Lebensmittel in dicht verschlossenen Behältern aufbewahren, um Verunreinigungen zu verhindern.
