Seit Ende April 2026 wurden in der Region Cassowary Coast in Queensland mehrere Fälle von Ciguatera-Vergiftungen gemeldet, die auf den Verzehr grosser Rifffische, darunter Korallenforellen und Spanische Makrelen, zurückzuführen sind.
Die Symptome traten innerhalb von 24 Stunden auf und umfassten Magen-Darm-Beschwerden, Kribbeln oder Taubheitsgefühle, durch Kälte ausgelöste Brennen, Muskelschwäche und gelegentlich Atembeschwerden.
Eine Ciguatera-Vergiftung ist eine Lebensmittelvergiftung, die durch den Verzehr bestimmter tropischer Fische ausgelöst wird. Ursache sind natürliche Giftstoffe (Ciguatoxine), die sich in den Fischen anreichern und durch Kochen oder Braten nicht zerstört werden.
Die Beschwerden beginnen meist wenige Stunden nach dem Essen mit Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen. Danach können neurologische Symptome auftreten, etwa Kribbeln, Schwäche, ein brennendes Gefühl auf der Haut, metallischer Geschmack, Müdigkeit oder Konzentrations- und Stimmungsschwankungen. Typisch ist auch eine gestörte Temperaturwahrnehmung: Kaltes kann plötzlich heiss empfunden werden und umgekehrt. In manchen Fällen halten die Beschwerden über Wochen oder Monate an. Selten kommt es zusätzlich zu Kreislaufproblemen wie niedrigem Blutdruck oder langsamem Herzschlag.
Ciguatera-Toxine sind geruchs- und geschmacksneutral sowie hitzebeständig – sie werden durch Kochen, Einfrieren oder Verarbeiten nicht zerstört. Reisende sollten Rifffische meiden, insbesondere solche mit einem Gewicht von über 2 kg, und niemals risikoreiche Arten (z. B. Barrakudas, Muränen) oder toxinreiche Teile wie Kopf, Leber, Eingeweide und Rogen verzehren.
Es gibt keine spezifische Behandlung.
