EU-/EWR-Staaten und Gebiete in äusserster Randlage
Für den Monat April 2026 übermittelten 29 EU-/EWR-Staaten ihre Maserndaten. Davon meldeten 17 Länder insgesamt 451 Fälle, während 12 Länder keine Masernfälle registrierten. Die höchsten Fallzahlen wurden in Bulgarien (163 Fälle), Italien (133), Lettland (38), Frankreich (32) und Spanien (23) verzeichnet.
Im Zeitraum vom 1. Mai 2025 bis zum 30. April 2026 wurden in 30 EU-/EWR-Staaten insgesamt 3’779 Masernfälle gemeldet; 84 % davon waren laborbestätigt. Besonders betroffen waren Kinder unter fünf Jahren, die 34 % aller Fälle ausmachten. Gleichzeitig entfielen 44 % der Fälle auf Personen ab 15 Jahren. Die höchsten Inzidenzen wurden bei Säuglingen unter einem Jahr sowie bei Kindern im Alter von ein bis vier Jahren beobachtet.
Von den Fällen mit bekanntem Impfstatus waren 78 % ungeimpft. Weitere 12 % hatten eine Impfdosis erhalten, und lediglich 9 % waren mit zwei oder mehr Dosen gegen Masern geimpft. Im Berichtszeitraum wurden zudem drei masernbedingte Todesfälle registriert, darunter zwei in Frankreich und einer in den Niederlanden.
Während die Ausbrüche in Bulgarien weiterhin andauern, wurden aus mehreren anderen EU-/EWR-Ländern vor allem einzelne Fälle und kleinere Fallhäufungen gemeldet.
Europa außerhalb der EU/des EWR
Auch ausserhalb der EU/des EWR bleibt die Masernsituation angespannt. In der Ukraine wurden seit Jahresbeginn bis April 2026 insgesamt 201 Fälle registriert.
In England wurden zwischen dem 1. Januar und dem 8. Juni 2026 insgesamt 736 laborbestätigte Masernfälle gemeldet, darunter 106 Fälle allein in den vorangegangenen zwei Wochen. Damit nähert sich die Zahl bereits dem gesamten Jahreswert von 2025 (959 Fälle) an. Erstmals seit 2018 wurden in England und Wales wieder zwei masernbedingte Todesfälle bei Kindern bestätigt.
Kinder bis zum Alter von zehn Jahren machten 61 % aller Fälle aus. Mehr als die Hälfte der Infektionen entfiel auf London, wo 404 Fälle registriert wurden. Trotz der anhaltenden Übertragung liegen die MMR-Impfquoten weiterhin unter dem angestrebten Zielwert von 95 %.
Masern verbreiten sich schnell und können gefährlich sein – der Schutz ist einfach: Lassen Sie sich impfen!
Schweizer Empfehlungen: Alle Personen, die nach 1963 geboren wurden und keinen nachgewiesenen Schutz gegen die Infektion haben (Antikörper oder zwei nachgewiesene Impfungen), sollten zweimal im Abstand von einem Monat mit dem MMR-Impfstoff geimpft werden. Im Falle einer Epidemie in der Region oder bei Kontakt mit einem Masernfall wird die Impfung ab einem Alter von 6 Monaten empfohlen.
