Am 5. Mai 2026 wurde die WHO auf eine Häufung unbekannter fieberhafter Erkrankungen mit hoher Sterblichkeitsrate in den Gesundheitsbezirken Mongbwalu und Rwampara in der Provinz Ituri aufmerksam gemacht. Nach Untersuchungen wurde am 15. Mai bestätigt, dass die Ursache die Bundibugyo-Virus-Krankheit (BVD) war, die durch das Bundibugyo-Virus (Orthoebolavirus bundibugyoense) – eine Art des Ebola-Virus – verursacht wird; 8 von 13 Proben aus Rwampara wurden positiv getested.
Am 15. Mai 2026 meldete die D.R. Kongo ihren 17. Ebola-Ausbruch, von dem die Gesundheitszonen Rwampara, Mongbwalu und Bunia betroffen waren. In der Folge bestätigte Uganda zwei importierte Fälle. Am 16. Mai 2026 erklärte die WHO den Ausbruch zu einer gesundheitlichen Notlage von internationaler Tragweite (PHEIC).
Stand: 20. Mai 2026 (WHO-Pressemitteilung):
- Mehr als 600 Verdachtsfälle (>500 in der DR Kongo, 12 in Uganda) und 139 Verdachts-Todesfälle (131 in der DR Kongo, 1 in Uganda). Die meisten Verdachtsfälle wurden in Mongbwalu (302 Fälle, 74 Todesfälle) und Rwampara (136 Fälle, 74 Todesfälle) in der Provinz Ituri gemeldet.
- 35 bestätigte Fälle (33 in der D.R. Kongo, 2 in Uganda), darunter 5 Todesfälle (4 in der D.R. Kongo, 1 in Uganda), was einer Sterblichkeitsrate von 14,3 % (5/35) entspricht. In der D.R. Kongo wurden bestätigte Fälle aus vier Gesundheitszonen in der Provinz Ituri gemeldet – Rwampara (19), Bunia (6), Nyankunde (4) und Mongbwalu (1) – sowie aus drei Gesundheitszonen in Nord-Kivu: Butembo (1), Goma (1) und Katwa (1).
Die WHO geht davon aus, dass diese Zahlen weiter steigen werden, da das Virus bereits eine gewisse Zeit zirkulierte, bevor der Ausbruch entdeckt wurde.
Weitere Fälle:
- Ein positiv getester US-Bürger wurde nach Deutschland verlegt (zusammen mit sechs Hochrisikokontakten). Ein weiterer Kontakt wird nach Tschechien verlegt.
- Der Südsudan untersucht einen Verdachtsfall im Bundesstaat West-Equatoria, nachdem bei einem Patienten aus dem Bezirk South Yambio ein vorläufiges positives Ergebnis vorlag.
- Informationen zu Übertragungsketten und betroffenen Bevölkerungsgruppen sind derzeit begrenzt, was zum Teil auf die komplexe Lage aufgrund anhaltender Unsicherheit und humanitärer Krisen in den betroffenen Gebieten zurückzuführen ist. Genome aus der D.R. Kongo und Uganda wurden veröffentlicht, und vorläufige Analysen zeigen deutliche Unterschiede zu den Sequenzen früherer Ausbrüche (Virological Ebolavirus/Bundibugyo-Ebolavirus, 18. Mai 2026).
Die Behörden sind besorgt über das Risiko einer weiteren Ausbreitung aufgrund der hohen Mobilität der Bevölkerung, der unsicheren Lage und der Nähe der betroffenen Gebiete zu Uganda und dem Südsudan über eine sehr durchlässige Grenze.
In der Demokratischen Republik Kongo kam es in den letzten Jahren zu mehreren Ebola-Ausbrüchen. Der jüngste Ausbruch in den Kasai-Provinzen (Spezies Orthoebolavirus zairense) wurde im Dezember 2025 für beendet erklärt. In der Provinz Ituri wurde die durch das Ebola-Virus (Orthoebolavirus zairense) verursachte Ebola-Krankheit zuletzt während des Ausbruchs von 2018 bis 2020 dokumentiert. Das Bundibugyo-Virus wurde erstmals 2007 im Distrikt Bundibugyo in Uganda während eines Ausbruchs gemeldet. Der jüngste Ausbruch durch das Bundibugyo-Virus ereignete sich 2012 in der D.R. Kongo.
Die WHO stuft das Risiko der Epidemie auf nationaler als sehr hoch, auf regionaler Ebene als hoch und auf globaler Ebene (einschliesslich der Schweiz und der EU/EWR) als gering ein.
Der Ausbruch wurde zunächst in einem abgelegenen und von Konflikten betroffenen Gebiet der Demokratischen Republik Kongo festgestellt. Derzeit bestehen erhebliche Unsicherheiten hinsichtlich der tatsächlichen Zahl der Infizierten und der geografischen Ausbreitung im Zusammenhang mit diesem Ereignis. Zudem ist das Verständnis der epidemiologischen Zusammenhänge mit bekannten oder vermuteten Fällen begrenzt.
Verfolgen Sie die Medienberichte und offiziellen Meldungen.
Personen, die das betroffene Gebiet besuchen, sollten folgende Vorsichtsmaßnahmen beachten:
Allgemeine Präventionsmassnahmen:
- Waschen Sie Ihre Hände regelmässig und gründlich mit Wasser und Seife (oder Alkoholgel, wenn keine Seife verfügbar ist).
- Vermeiden Sie den Kontakt zu erkrankten Personen, die Symptome wie Fieber, Muskelschmerzen und Hautausschlag aufweisen.
- Vermeiden Sie den Kontakt mit Blut und anderen Körperflüssigkeiten.
- Vermeiden Sie den Besuch von Gesundheitseinrichtungen in den betroffenen Gebieten für nicht dringende medizinische Behandlungen oder aus nichtmedizinischen Gründen.
- Vermeiden Sie den Kontakt mit Leichen oder Gegenständen, die mit Leichen in Berührung gekommen sind, die Teilnahme an Beerdigungs- oder Bestattungsritualen oder den Besuch einer Beerdigung oder Bestattung.
- Vermeiden Sie den Umgang mit, das Zubereiten oder den Verzehr von Busch-/Wildfleisch.
- Waschen und schälen Sie Obst und Gemüse vor dem Verzehr.
- Vermeiden Sie den Besuch von Minen oder Fledermaushöhlen sowie den Kontakt mit allen wildlebenden Tieren, ob lebendig oder tot, insbesondere mit Fledermäusen.
- Wenn Sie Minen oder Höhlen besuchen, in denen Fledermauskolonien leben, tragen Sie Handschuhe und andere geeignete Schutzkleidung, einschliesslich Masken und Augenschutz.
- Praktizieren Sie Safer Sex.
Hinweis: Derzeit gibt es keinen zugelassenen Impfstoff und keine spezifische Behandlung gegen die durch das Bundibugyo-Virus verursachte Ebola-Erkrankung. Für humanitäre Einsätze wird die Beratung durch einen Reisemediziner empfohlen.
Während des Aufenthalts im Ausbruchsgebiet und 21 Tage nach der Ausreise:
- Achten Sie auf Symptome.
- Befolgen Sie gegebenenfalls die Quarantänevorschriften der örtlichen Gesundheitsbehörden.
Bei Symptomen wie Fieber >38 °C während der Reise und bis 21 Tage nach Ihrem Aufenthalt im betroffenen Gebiet im Nordosten der D.R. Kongo (Provinzen Ituri, Nord-Kivu, Süd-Kivu) und/oder in Uganda, insbesondere in den betroffenen Gebieten:
- Isolieren Sie sich sofort.
- Reisen Sie nicht weiter.
- Kontaktieren Sie telefonisch die örtlichen Gesundheitsbehörden oder eine medizinische Einrichtung (z. B. Tropeninstitut/Reiseklinik oder Abteilung für Infektionskrankheiten eines Universitätsklinikums), um Rat einzuholen.
- Geben Sie immer an, dass Sie möglicherweise mit Ebola in Kontakt gekommen sind (Inkubationszeit: 2–21 Tage).
- Sobald Sie wissen, dass Sie KEIN Verdachtsfall sind, suchen Sie eine Tropeninstitut/Reiseklinik oder bei schwerem Verlauf ein Krankenhaus auf, um einen Malariatest (und gegebenenfalls weitere Untersuchungen) durchführen zu lassen
Schweizer Empfehlung: Ein Verdachtsfall (siehe Falldefinition des BAG) ollte bei Personen mit einem Aufenthalt in den letzten 21 Tagen im Nordosten der D.R. Kongo (Provinzen Ituri, Nord-Kivu, Süd-Kivu) und/oder in Uganda UND einem hohen Expositionsrisiko* vermutet werden; solche Fälle müssen innerhalb von 2 Stunden dem Kantonsarzt und dem Bundesamt für Gesundheit gemeldet werden.
*Hohes Expositionsrisiko beinhaltet die Teilnahme an lokalen Beerdigungen; der Kontakt mit einem erkrankten Patienten zu Hause, während des Transports oder in einer Gesundheitseinrichtung; oder der Besuch einer lokalen Gesundheitseinrichtung zur medizinischen Versorgung.
