Auf dem Kreuzfahrtschiff MV Hondius, das unter niederländischer Flagge fährt, ist es zu einem internationalen Ausbruch des seltenen Andes-Hantavirus gekommen. Das Schiff war Anfang April 2026 in Argentinien gestartet und unterwegs über die Antarktis und mehrere Atlantikinseln Richtung Kanarische Inseln. An Bord befanden sich 146 Passagiere und Crewmitglieder aus 23 Ländern.
Bisher gibt es 8 bekannte Fälle, davon 5 bestätigte Infektionen und 3 Verdachtsfälle. Drei Menschen sind bereits gestorben.
Ein Patient wird in Johannesburg intensivmedizinisch behandelt, weitere Erkrankte liegen unter anderem in Zürich, Leiden und Düsseldorf im Krankenhaus.
Die Erkrankung begann meist mit Fieber, Magen-Darm-Beschwerden und grippeähnlichen Symptomen. Bei einigen Betroffenen verschlechterte sich der Zustand jedoch schnell bis zu schwerer Lungenentzündung, Atemversagen und Schock.
Besonders ungewöhnlich: Das Andes-Virus kann in seltenen Fällen auch von Mensch zu Mensch übertragen werden – vor allem bei engem und längerem Kontakt. Zwei der ersten bestätigten Fälle waren bereits vor der Kreuzfahrt in Südamerika unterwegs gewesen und könnten das Virus eingeschleppt haben.
Die Passagiere wurden aufgefordert, Abstand zu halten und in ihren Kabinen zu bleiben. Gesundheitsbehörden aus mehreren Ländern arbeiten derzeit gemeinsam an der Kontaktverfolgung und Überwachung. Da die Inkubationszeit bis zu acht Wochen dauern kann, rechnen Experten damit, dass noch weitere Fälle auftreten könnten.
Aktuelles Ereignis: Das Risiko für Europa ist sehr gering. Etwa 100 Kreuzfahrtpassagiere befinden sich unter strengen Infektionsschutzmassnahmen weiterhin an Bord, und diejenigen, die das Schiff verlassen haben, werden überwacht, isoliert und auf Symptome untersucht, ebenso wie Passagiere, die sich auf demselben Flug wie ein bestätigter Fall von Hantavirus befanden. Es werden keine Reisebeschränkungen empfohlen und die WHO stuft dasglobale Risiko als sehr gering ein.
Reisen in Endemiegebieten: Sehr geringes Risiko für Reisende.
- Vermeiden Sie den Kontakt mit Nagetieren und deren Kot (tragen Sie eine Maske und Handschuhe, wenn Sie ein totes/krankes Tier anfassen oder kontaminierte Oberflächen reinigen). Schliessen Sie beim Camping/Ökotourismus Zelte und Hütten, um das Eindringen von Nagetieren zu verhindern, und schützen Sie Ihre Lebensmittel vor Kontamination in luftdichten Behältern.
