Der 17. Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo, verursacht durch das Bundibugyo-Virus, wurde am 17. Mai 2026 zu einem Gesundheitsnotstand von internationaler Tragweite (PHEIC) erklärt.
Der Ausbruch ist noch nicht unter Kontrolle und vollzieht sich vor einem komplexen epidemiologischen, humanitären und sicherheitspolitischen Hintergrund, der durch Unsicherheit, eine hohe Mobilität der Bevölkerung – einschliesslich grenzüberschreitender Bewegungen und Handelsaktivitäten wie dem Bergbau – sowie die Anwesenheit grosser Flüchtlingsgemeinschaften gekennzeichnet ist.
Die Gesundheitsbehörden setzen in Zusammenarbeit mit der WHO und Partnern weiterhin umfangreiche Massnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit um, darunter die Umsetzung des kontinentalen Reaktionsplans, die Einbindung von Gebern und die Mobilisierung zusätzlicher Ressourcen, um kritische Finanzierungslücken zu schliessen und die Hilfsmassnahmen in den betroffenen und gefährdeten Gebieten aufrechtzuerhalten.
Datenstand: 26. Juli 2026. Aktualisierte Informationen finden Sie auf dem WHO-Dashboard und beim ECDC.
Demokratische Republik Kongo:
- Insgesamt haben sich 123 Beschäftigte im Gesundheitswesen infiziert. Davon sind 37 verstorben, 67 genesen und 19 befinden sich weiterhin in stationärer Behandlung.
- In den Provinzen Ituri und Nord-Kivu stehen mehr als 900 Behandlungsbetten zur Verfügung. Die Bettenauslastung beträgt 67,3 % in Ituri und 134 % in Nord-Kivu. Letzteres zeigt, dass die Nachfrage die derzeit verfügbaren Behandlungskapazitäten übersteigt und ein weiterer Ausbau erforderlich ist. Für die übrigen Provinzen liegen keine Daten vor.
- Die Provinz Ituri bleibt das Epizentrum des Ausbruchs und verzeichnet 88,9 % aller gemeldeten Fälle sowie 83,3 % aller gemeldeten Todesfälle.
- Am 24. Juli begann die Phase-1-Studie des Oxford-Impfstoffkandidaten ChAdOx1 BDBV (erste Anwendung am Menschen).
Uganda:
- Seit dem 21. Juni 2026 wurden keine neuen Fälle gemeldet.
- Am 28. Juli 2026 wurde Uganda nach Ablauf der vorgeschriebenen 42-tägigen Überwachungsphase für ebolafrei erklärt. Die Überwachungsphase hatte nach der Entlassung des letzten in Uganda infizierten ugandischen Patienten am 16. Juni 2026 begonnen. Der letzte Ebola-Patient insgesamt – ein kongolesischer Staatsangehöriger – war am 22. Juni 2026 entlassen worden.
Deutschland:
- Deutschland hat zwei importierte Fälle einer Bundibugyo-Virus-Erkrankung (BVD) behandelt. Beide Patienten wurden aus der Demokratischen Republik Kongo ausgeflogen – der erste im Mai 2026 nach Berlin, der zweite im Juli 2026 nach Frankfurt am Main. Der erste Patient genas und wurde ohne Sekundärübertragungen entlassen, während sich der zweite weiterhin in stabilem Zustand befindet. Beide Patienten sind US-amerikanische Staatsangehörige.
Frankreich:
- Frankreich behandelte einen importierten Fall einer Bundibugyo-Virus-Erkrankung (BVD). Der Patient genas und wurde nach zwei negativen PCR-Tests am 4. Juli entlassen. Unter den fünf Flugkontakten mit geringem Expositionsrisiko traten keine Sekundärübertragungen auf. Alle Kontaktpersonen blieben asymptomatisch und schlossen die Nachbeobachtung am 14. Juli ab.
Vereinigtes Königreich:
- Ein humanitärer Helfer mit Wohnsitz im Vereinigten Königreich wurde am 21. Juli aus der Demokratischen Republik Kongo ausgeflogen und vorsorglich in London isoliert.
Die Lage entwickelt sich rasch. Halten Sie sich vor, während und nach der Reise unbedingt auf dem Laufenden. Stand 28.7.2026:
- Vermeiden Sie nicht unbedingt notwendige Reisen in die betroffenen Gebiete der D.R. Kongo (Provinzen Ituri, North Kivu, South Kivu, Haute-Uélé, Tschopo) sowie in angrenzende Gebiete in den Nachbarländern, auch aufgrund der Sicherheitslage (siehe EDA).
- Für Reisen in Uganda und in der D.R. Kongo ausserhalb der betroffenen Gebiete: Informieren Sie regelmäsisg sich über offizielle Quellen. Beachten Sie, dass sich die Lage rasch ändern kann. Der Zugang zu medizinischer Versorgung – bei Unfällen, Fieber oder anderen gesundheitlichen Problemen – kann eingeschränkt sein und Risiken mit sich bringen, ebenso eine medizinische Evakuierung.
Für alleAufenthalte in der D.R. Kongo, in Uganda und in den Nachbarländern werden folgende Vorsichtsmassnahmen empfohlen:
Allgemeine Präventionsmassnahmen und Empfehlungen:
- Waschen Sie Ihre Hände regelmässig und gründlich mit Wasser und Seife (oder Alkoholgel, wenn keine Seife verfügbar ist).
- Vermeiden Sie den Kontakt zu erkrankten Personen, die Symptome wie Fieber, Muskelschmerzen und Hautausschlag aufweisen.
- Vermeiden Sie den Kontakt mit Blut und anderen Körperflüssigkeiten.
- Vermeiden Sie den Besuch von Gesundheitseinrichtungen in den betroffenen Gebieten für nicht dringende medizinische Behandlungen oder aus nichtmedizinischen Gründen.
- Vermeiden Sie den Kontakt mit Leichen oder Gegenständen, die mit Leichen in Berührung gekommen sind, die Teilnahme an Beerdigungs- oder Bestattungsritualen oder den Besuch einer Beerdigung oder Bestattung.
- Vermeiden Sie den Umgang mit, das Zubereiten oder den Verzehr von Busch-/Wildfleisch.
- Waschen und schälen Sie Obst und Gemüse vor dem Verzehr.
- Vermeiden Sie den Besuch von Minen oder Fledermaushöhlen sowie den Kontakt mit allen wildlebenden Tieren, ob lebendig oder tot, insbesondere mit Fledermäusen und Menschenaffen.
- Praktizieren Sie Safer Sex.
- Informieren Sie sich über die Ein- und Ausreisebestimmungen der einzelnen Länder, siehe IATA LINK.
- Wenn Sie sich unwohl fühlen, informieren Sie unverzüglich das Flugpersonal und vermeiden Sie engen Körperkontakt mit anderen Passagieren.
Hinweis: Derzeit gibt es keinen zugelassenen Impfstoff und keine spezifische Behandlung gegen die durch das Bundibugyo-Virus verursachte Ebola-Erkrankung. Für humanitäre Einsätze wird die Beratung durch einen Reisemediziner empfohlen.
Während des Aufenthalts in den betroffenen Gebieten in der D.R. Kongo und in Uganda sowie für 21 Tage nach der Ausreise:
- Achten Sie auf Symptome (siehe unten).
- Rechnen Sie bei der Ausreise mit einer Gesundheitskontrolle.
- Bleiben Sie erreichbar, falls Sie von den Gesundheitsbehörden kontaktiert werden.
- Befolgen Sie gegebenenfalls die Quarantänevorschriften der örtlichen Gesundheitsbehörden.
! Bei Symptomen wie Fieber oder Fiebergefühl sowie einem der folgenden Symptome: Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Muskelschmerzen, Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Erbrechen oder Durchfall während Ihres Aufenthalts in und für 21 Tage nach Verlassen des Nordostens der D.R. Kongo (Provinzen Ituri, Nord-Kivu, Süd-Kivu Haute-Uélé, Tschopo) und/oder Uganda, insbesondere der betroffenen Gebiete:
- Isolieren Sie sich sofort.
- Reisen Sie nicht.
- Kontaktieren Sie telefonisch die örtlichen Gesundheitsbehörden oder eine medizinische Einrichtung, um Ihr Risiko gründlich abklären zu lassen (z. B. Tropeninstitut, Reiseklinik oder Abteilung für Infektionskrankheiten eines Universitätsklinikums).
- Geben Sie stets an, dass Sie sich in den betroffenen Gebieten aufgehalten haben und möglicherweise mit Ebola in Kontakt gekommen sind (Inkubationszeit: 2–21 Tage).
- Während der Untersuchung als Verdachtsfall sprechen Sie bitte auch das Thema eines Malariatests und anderer Untersuchungen an.
Empfehlungen des Schweizerischen Expertenkomitee für Reisemedizin (Stand: 28. Juli 2026, Änderungen je nach Entwicklung der Lage vorbehalten):
Ein Verdachtsfall ist:
1. Eine symptomatische Person (siehe Falldefinition des BAG) mit einem Aufenthalt in den letzten 21 Tagen im Nordosten der D.R. Kongo (Provinzen Ituri, Nord-Kivu, Süd-Kivu, Haut-Uélé, Tschopo) und/oder in Uganda.
UND
2. Hohes Expositionsrisiko*– bewertet durch einen Spezialisten in Tropenmedizin oder für Infektionskrankheiten (im Zweifelsfall das Genfer Referenzzentrum für neu auftretende Viruserkrankungen kontaktieren)
Diese Fälle müssen isoliert, getestet und dem Kantonsarzt sowie dem Bundesamt für Gesundheit innerhalb von 2 Stunden gemeldet werden.
*Ein hohes Expositionsrisiko* beinhaltet:
- Teilnahme an lokalen Beerdigungen; oder
- Kontakt mit einer erkrankten Person, dessen Körperflüssigkeiten und/oder kontaminiertem Material, zu Hause, während des Transports oder in einer Gesundheitseinrichtung; oder
- Besuch einer lokalen Gesundheitseinrichtung.
- Direkter Kontakt mit Fledermäusen oder nichtmenschlichen Primaten – lebend oder tot – in oder aus von Ebola betroffenen Gebieten oder mit Buschfleisch.
- Ungeschützter Geschlechtsverkehr mit einer betroffenen Person bis zu sechs Monate nach der Genesung.
