Im Bundesstaat Gujarat wurden 32 Verdachtsfälle einer Infektion mit dem Chandipura-Virus (CHPV) gemeldet, davon wurden sieben im Labor bestätigt. Alle bestätigten Fälle betreffen Kinder unter 10 Jahren. Drei Kinder sind verstorben, vier werden weiterhin künstlich beatmet; bei neun Verdachtsfällen stehen die Laborergebnisse noch aus. Auch aus dem Bundesstaat Rajasthan wurden Verdachtsfälle gemeldet.
Die Gesundheitsbehörden haben die Überwachung, die Bekämpfung der übertragenden Insekten und die Information der Bevölkerung verstärkt. Eltern werden dringend aufgefordert, bei Kindern mit plötzlich auftretendem Fieber, Erbrechen, Durchfall oder Krampfanfällen sofort ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, da sich die Erkrankung innerhalb kurzer Zeit lebensbedrohlich verschlimmern kann. Bereits 2024 wurden in Indien mehr als 240 Fälle und mindestens 82 Todesfälle registriert.
Das Chandipura-Virus (CHPV) kommt vor allem in Indien vor und wird durch blutsaugende Insekten – insbesondere Sandmücken – übertragen. Das Virus wurde auch in einigen anderen Ländern Südasiens sowie bei Tieren in Afrika nachgewiesen. Erkrankungen beim Menschen wurden bisher jedoch fast ausschliesslich in Indien beobachtet.
Nach einer Ansteckung treten die ersten Symptome meist nach 3 bis 6 Tagen auf. Die Erkrankung beginnt in der Regel mit plötzlich einsetzendem Fieber und kann sich rasch zu einer schweren Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute entwickeln. Besonders betroffen sind Kinder unter 15 Jahren. Schwere Verläufe enden häufig tödlich. Allerdings verlaufen manche Infektionen auch ohne Beschwerden.
Eine spezifische Behandlung oder eine Impfung gegen das Chandipura-Virus gibt es derzeit nicht. Die Behandlung beschränkt sich auf die Linderung der Symptome und eine intensivmedizinische Betreuung schwer erkrankter Personen.
- Verfolgen Sie die offiziellen Informationen der Gesundheitsbehörden und die Medienberichte.
- Schützen Sie sich rund um die Uhr konsequent vor Insektenstichen.
- Suchen Sie bei Symptomen umgehend ärztliche Hilfe auf.
