Aus den USA und Kanada werden verschiedene Expositionen gegenüber tollwütigen Tieren gemeldet (Waschbären, Fuchs, eigene Hunde). In allen Fällen konnten die Tiere identifiziert und getötet werden (inkl. Diagnosesicherung) und die exponierten Menschen erhielten eine korrekte postexpositionelle Prophylaxe (PEP) gegen Tollwut.

Tollwut kann durch Speichel von infizierten Säugetieren (vor allem Hunden, Katzen, Affen, Fledermäusen) übertragen werden. Durch eine rasche Behandlung – Wunde unter fliessendem Wasser und mit Seife mindestens 15 Minuten lang ausgiebig waschen und spülen, Gabe von Immunglobulin und 4 aktiven Impfdosen - kann verhindert werden, dass sich die Infektion zur tödlichen Tollwut entwickelt. Immunglobuline und moderne, hoch gereinigte Impfstoffe sind in vielen Regionen nicht erhältlich. Kinder sind besonders gefährdet, da sie häufig Bissen im Gesicht ausgesetzt sind und das Virus nur einen kurzen Weg zurücklegen muss, um das Gehirn zu erreichen bzw. auch kleine Wunden unbemerkt geschehen können.

 

Folgen für den Reisenden

Kontakt mit Tieren vermeiden (auf keinen Fall füttern!). Nach einem Tierbiss/-kratzer, die Wunde mit fliessendem Wasser und alkalischer Seife 15 Minuten lang waschen, desinfizieren und in jedem Falle ein qualitativ hochwertiges medizinisches Zentrum aufsuchen (post-expositionelle Impfung). Für Reisende mit erhöhtem Individualrisiko (Reisen mit Zweirädern, in entlegene Gebiete, Langzeitaufenthalte, Kleinkinder, Höhlenforscher, Kontakt mit Tieren / Fledermäuse etc.) empfiehlt das Schweizerische Expertenkomitte für Reisemedizin eine prä-expositionelle Impfung vor der geplanten Reise (2 Injektionen und eine Auffrischimpfung nach 1 Jahr).

 

Quellen

Outbreak News Today; via ProMED-mail