Am 6. August 2021 wurde die WHO über einen bestätigten Fall mit einer Marburg-Virus-Infektion in der Präfektur Guéckédou, Region Nzérékoré, im Südwesten Guineas informiert. Das Dorf, in dem der Fall auftrat, liegt sowohl in der Nähe der Grenze zu Sierra Leone als auch zu Liberia. Dies ist der erste bekannte humane Fall mit einer Marburg-Virus-Infektion in Guinea. Inzwischen wurde ein zweiter Fall bestätigt; beide Fälle kommen aus Temessadou.

Das Marburg-Virus ist ein dem Ebola-Virus verwandter Erreger, welcher ein sogenanntes hämorrhagisches Fieber auslösen kann. Das Virus wird bei Kontakt mit Blut und anderen Körperflüssigkeiten von Infizierten übertragen. Nach einer Inkubationszeit von 5-10 Tagen treten Symptome mit plötzlichem hohem Fieber, Muskelschmerzen, Müdigkeit, Hals- oder Kopfschmerzen auf, gefolgt von Durchfall, Erbrechen und innerlichen sowie äusserlichen Blutungen, welche meist zum Tod führen. Es gibt weder ein spezifisches Medikament noch eine Impfung. Bisher wurden sporadische Fälle insbesondere aus Uganda, Kenia und D.R. Kongo gemeldet. 2018 wurde das Marburg Virus erstmals in Sierra Leone bei Frucht-Fledermäusen identifiziert, ein Hinweis, dass das Virus auch in West Afrika zirkuliert.

 

Folgen für den Reisenden

Das Risiko für Reisende ist sehr gering, für Familienangehörige und Pflegepersonen, die mit Erkrankten Kontakt haben, allerdings gross. Vermeiden Sie Kontakt mit kranken Personen. Konsumieren Sie kein Buschfleisch (bushmeat) oder Fledermäuse. Ebenso sollten Höhlen, die Fledermäuse beherbergen können, gemieden werden. Bei Fieber konsultieren Sie bitte sofort einen Arzt, dies ist auch wichtig um andere Erkrankungen wie z.B. eine Malaria auszuschliessen.

 

Quellen

WHO DON, 9.8.2021

WHO AFRO, 8.8.2021

CDC - Marburg hemorrhagic fever