Zwischen Ende August und Mitte September 2021 wurden insgesamt 20 Verdachtsfälle und 22 bestätigte Fälle von Pest (19 Lungenpest Fälle, 3 Beulenpestfälle) gemeldet. Die gemeldeten Fälle befinden sich in zwei nicht benachbarten Regionen: Itasy und Haute Matsiatra. Beide Regionen sind als Pest-Endemiegebiete bekannt.
Die Pest ist auf Madagaskar endemisch, die Hauptübertragungszeit findet zwischen September und April statt. Jedes Jahr werden 200-700 Fälle gemeldet, hauptsächlich die Beulenpestform. 2017 gab es einen großen Ausbruch mit v. a. Lungenpest.

Die Pest wird durch Bakterien (Yersinia pestis) verursacht und durch Flöhe von Nagetieren (vor allem Ratten) oder auch Haustieren übertragen. Es gibt die sogenannte Beulen (Bubonen)-Pest und die seltener auftretende systemische (Pestsepsis) und Lungenpest. Letztere wird von Mensch zu Mensch über Tröpfchen über die Atemwege von Patienten mit Lungenpest übertragen. Diese Form ist äußerst ansteckend. Symptome der Lungenpest sind neben Fieber vor allem Lungenbeschwerden wie Brustschmerzen, Atemnot und Husten. Eine Antibiotikatherapie muss innerhalb von 24 Stunden nach Beginn der Symptome begonnen werden. Die Bubonenpest äussert sich durch Fieber, Schüttelfrost und Grippesymptome (Kopf-, Muskel- und Halsschmerzen) und oft eine Schwellung der Lymphdrüsen (Beulen).

 

Folgen für den Reisenden

Das Risiko für Reisende ist sehr gering. Schützen Sie sich vor Flöhen, in dem Sie regelmässig Repellentien auftragen und Permethrin imprägnierte Kleidung tragen. Vermeiden Sie Kontakt mit Ratten und toten oder kranken Tieren, sowie erkrankten Personen. Konsultieren Sie bei Fieber, schmerzhaften Lymphknoten und/oder Atembeschwerden rasch einen Arzt.

 

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WHO DON, 1.8.2021