Medizinische Empfehlungen

für Reisende

Schweizerisches Expertenkomitee für Reisemedizin
Nach der Reise

Nach der Reise

Nicht jeder braucht nach einer Reise eine ärztliche Untersuchung.

Suchen Sie nach der Reise einen Arzt auf, wenn Sie:

  • Fieber >37.5°C haben (selbst Monate nach der Rückkehr) – suchen Sie sofort einen Arzt auf, wenn Sie sich in einem Malariagebiet aufgehalten haben
  • während der Reise wegen Malaria behandelt wurden
  • schweren (z. B. blutigen) Durchfall haben oder Durchfall, der länger als 5 Tage andauert
  • akute oder anhaltende Bauchschmerzen haben
  • während Ihres Aufenthalts von einem Tier (jegliche Art von Säugetier) gebissen oder gekratzt wurden – suchen Sie sofort einen Arzt auf
  • während Ihrer Reise ungeschützten Geschlechtsverkehr hatten
  • starken oder anhaltenden Juckreiz haben
  • einen Hautausschlag oder ein nicht heilendes Hautgeschwür haben
  • neue oder ungewöhnliche Kopfschmerzen haben
  • unter Nachtschweiss leiden
  • ungewollten Gewichtsverlust bemerkt haben
  • einen oder mehrere geschwollene Lymphknoten haben
  • anhaltende Muskel- oder Gelenkschmerzen haben
  • Probleme beim Wasserlassen oder einen blutigen Urin haben
  • gelblich verfärbte Augen haben
  • eine längere Zeit (über 6 Monate) gereist sind oder bestimmten Risiken ausgesetzt waren
  • von Mitreisende wissen, dass sie krank geworden sind

Vereinbaren Sie einen Termin bei einem Arzt, der Erfahrung in der Reise- und Tropenmedizin hat. Eine Liste an Fachärzten Tropen und Reisemedizin (FMH) finden Sie in der Rubrik "Fragen Sie die Spezialisten".

Es gibt viele Erkrankungen, die man sich während eines Auslandsaufenthalts zuziehen kann. Die meisten sind zwar vielleicht unangenehm, aber weiter nicht gefährlich.  Es ist allerdings unverzichtbar, schwere, übertragbare oder tödliche Erkrankungen auszuschliessen. Fieber nach einem Tropenaufenthalt ist ein Notfall.

Konsultieren Sie auf jeden Fall einen Arzt:   
wenn Sie sich nach einer Reise krank fühlen und mit folgenden Beschwerden symptomatisch werden :

  • Fieber (>37.5°C), Schüttelfrost
  • Kopfschmerzen, Nackenschmerzen
  • Durchfälle (mehr als 2-3 Tagen, Blut im Stuhl, Fieber, bei Kinder)
  • Hautprobleme (Rötung, Einblutungen, Gelbsucht, usw)
  • Beschwerden beim Wasserlassen, Brennen, Blut im Urin
  • Verdacht auf eine Geschlechtskrankheit
  • Husten

Chronische Krankheiten verlangen mehr Vorsicht: ein Routinebesuch bei Ihrem Hausarzt ist empfohlen.

Krank während der Reise? Gehörte ein Arztbesuch oder gar Krankenhausaufenthalt mit zu Ihren Reiseerlebnissen, sollten Sie dieses genau festhalten: Symptome, medizinische Massnahmen und Medikamente, ein Arzt- oder Spitalbericht, wenn möglich sogar die Schachteln der eingenommenen Medikamente. 

Malariarückfälle können Monate bis Jahre nach Ihrer Rückkehr auftreten. Versäumen Sie es also nie, Ihren Arzt auf den Auslandaufenthalt aufmerksam zu machen!

Fieber (>37.5°C), Schüttelfrost, Hitze- oder Kältegefühl
Konsultieren Sie sofort einen Arzt.
Unter den Erkrankungen, die Sie sich auf Reisen im Ausland zugezogen haben könnten, ist die Malaria eine der häufigsten und gefährlichsten, insbesondere, wenn Sie in tropischen oder subtropischen Gebieten gereist sind, wo infizierte Mücken vorkommen. Die Malaria muss auf jeden Fall schnellstmöglich ausgeschlossen werden, denn diese Infektion kann schnell zum Tod führen, wenn man Sie nicht beim ersten Auftreten von Fieber adäquat behandelt. Sagen Sie Ihrem Arzt, dass Sie auf Reisen waren, und wo Sie waren, damit er gegebenenfalls exotischere Diagnosen in Betracht zieht. Bestehen Sie bei Fieber nach Reisen in Afrika, Asien oder Mittel- und Südamerika immer auf eine Blutentnahme und Malariaausschluss Diagnostik. Eine Verzögerung beim Therapiebeginn kann fatal sein: jede Stunde zählt!
Auch andere Erkrankungen können zu Fieber führen: Typhus, Dengue Fieber, Rickettsiose und andere.


Beharrliche Kopfschmerzen, Fieber, Nackenschmerzen oder Zeichen von Einblutungen in die Haut (kleine rote Punkte)?
Begeben Sie sich unverzüglich in das nächste Krankenhaus, denn Ihre Beschwerden könnten durch eine schwere Malaria, eine Meningitis, oder ein hämorraghisches Fieber ausgelöst sein. Diese Erkrankungen kommen insbesondere in Afrika, Asien, sowie Mittel- und Südamerika vor. Auch hier sind ein sofortiger Therapiebeginn und/ oder eine Isolation unerlässlich, um die Überlebenschancen zu verbessern und das Risiko einer Übertragung der Infektion auf Mitreisende oder medizinisches Personal zu verringern

Durchfälle : flüssiger Stuhl mehrmals täglich

bei einer Dauer unter fünf Tage, ohne Fieber oder Blut im Stuhl:
es handelt sich vermutlich um eine unkomplizierte Durchfallerkrankung (Reisedurchfall auf Grund einer Infektion mit banalen Bakterien), die sich in den meisten Fällen innerhalb von 2-3 Tagen zurückbildet. Es reicht aus, wenn Sie viel trinken, wie gezuckerten Tee, Bouillon, Orangensaft,Cola o. ä. (sehen Sie auch "Krankheiten und ihre Behandlung : Reisedurchfall" ).

bei einer Dauer von mehr als 5 Tagen:
stellen Sie sich bei einem Arzt zur Ursachenabklärung und Beginn einer Behandlung vor.

bei zusätzlichem Auftreten von Fieber oder Blut im Stuhl:
suchen Sie sofort einen Arzt auf, denn es könnte sich um eine gefährliche Infektion, wie beispielsweise Typhus oder Malaria handeln. Bringen Sie, wenn möglich eine Stuhl Probe zum Arzt mit, die auf Parasiten, wie Amöben) untersucht oder zur bakteriologischen Diagnostik kultiviert werden kann (Shigellen, Salmonellen). Sobald eine Diagnose vorliegt, kann der Arzt eine geeignete Behandlung gegen Parasiten oder Bakterien beginnen.

bei Kindern: IMMER einen Arzt aufsuchen,
da bei Ihnen ein höheres Risiko für eine Dehydratation und einen schweren Verlauf bei Malaria besteht. In jedem Fall ist es unerlässlich sofort die Flüssigkeitsverluste mit Getränken oder Elektrolytlösungen zu ersetzen. Auch wenn das Kind erbricht, ist es ungeheuer wichtig, dass es weiter trinkt und isst, möglichst in vielen kleinen Portionen. Geben Sie Kindern unter zehn Jahren auf keinen Fall Imodium® o. ä.

Lokalisierte oder umschriebene Veränderungen wie ein Pickel
Meistens handelt es sich um Mücken- oder sonstige Insektenstiche oder einer kleiner Verletzung. Häufig jucken diese Wunden und werden dann durch Kratzen infiziert. Die in tropischen Gebieten meist beträchtliche Feuchtigkeit erschwert zusätzlich die Heilung. Meist handelt es sich um einfache bakterielle Infektionen, die Sie durch zweimal tägliche sorgfältige Reinigung mit einer desinfizierenden Seife oder Lösung (Merfen®, Betadine®) behandeln können. Unter Umständen kann auch die Verwendung von desinfizierendem Puder oder antibiotischer Salbe sinnvoll sein.

Schmerzhafte, geschwollene, ringsum gerötete und/ oder ulcerierte Veränderungen: sollten Sie in jedem Falle von einem Arzt begutachten lassen. Es kann sich um eine bakterielle Infektion, aber auch einen richtigen Abszess oder eine tropenspezifischere Erkrankung wie Myase oder Tungiase (Larve einer Fliege oder eines (Sand-) Flohs unter der Haut) oder einen Schanker in Zusammenhang mit der Schlafkrankheit handeln. In jedem Fall ist es wichtig, je nach Beschwerden und möglicher Exposition, eine geeignete Diagnostik und gegebenenfalls Therapie zu initiieren.

Lokalisierte dauerhafte oder vorübergehende Veränderungen mit kleinen roten Wegen unter der Haut oder einer Schwellung sollten ebenfalls zu einem Arztbesuch führen. Es könnte sich um Veränderungen handeln, die durch Parasiten hervorgerufen werden, wie die Larva migrans, die man sich am Strand durch Kontakt mit Hundekot zuziehen kann, die Krätze, eine Filariose oder ein Wurmbefall beispielsweise mit dem Zwergfaden Wurm o. ä.

Diffuse Rötungen (typischerweise am Stamm beginnend) mit Fieber: gehen Sie zum Arzt. Es könnte sich um Dengue Fieber, Typhus, Masern, eine Rickettsiose, eine Infektion mit HIV oder eine andere Infektionskrankheit handeln.

Diffuse Rötungen mit Juckreiz in der Regel ohne Fieber, sollten schnell durch einen Arzt begutachtet werden, denn es kann sich um eine allergische Reaktion auf Medikamente (beispielsweise die Malariaprophylaxe oder Antibiotika), sowie um eine parasitäre Erkrankung handeln.

Gelbsucht und dunkler Urin: Diese Symptome können viele Ursachen haben, unter Anderem wäre eine infektiöse Hepatits (A, B, C etc.) möglich. Es kann sich aber auch um Probleme mit den Gallenwegen, der Bauchspeicheldrüse oder sogar ein Gelbfieber handeln. Konsultieren Sie schnellstmöglich einen Arzt.